Aktuelle Veranstaltungen

Filmvorführung und Gespräch

Millis Erwachen

mit Dr. phil. Natasha A. Kelly

Freitag, 03. Mai 2019
Einlass: 19:00 Uhr / Beginn: 19:30 Uhr
Teilnahme auf Spendenbasis

Nadu, Jahrgang 1955, Maskenherstellerin, Naomi, Jahrgang 1965, Schauspielerin, oder Maciré, Jahrgang 1995, Studentin sind drei von acht Protagonistinnen, die die Gemeinsamkeit haben als Schwarze Frauen* ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland zu haben und im Kunstkontext tätig zu sein. Ihre biographischen Erzählungen zeigen, inwieweit die Beschäftigung mit Kunst (in all ihren Ausprägungsformen) als »Heilmittel« dienen kann, gelebte emotionale Isolation und gesellschaftliche Unterdrückung zu lindern. Denn Schwarze Frauen* wurden seit jeher durch den weißen männlichen Blick erotisiert und exotisiert. In den als »Klassiker« geltenden Werken vieler Expressionisten wurden sie lediglich als »Objekte der Begierde« abgebildet. Der Maler Ernst Ludwig Kirchner (1880 – 1938) beispielsweise suchte zur Blütezeit des deutschen Kolonialismus weniger die Anatomie des Frauen*körpers zu erforschen. Vielmehr ging es ihn darum, über die vermeintliche »Naturgebundenheit« seiner Motive seine eigene Mannes*kraft zu spüren. 1911 malte er die »Schlafende Milli« nackt auf einer Couch liegend. Als Inspirationsquelle ließ er nur die eigene Potenz gelten.

Während zahlreiche Kunsthistoriker_innen neben der Ästhetik auch die Sexualfantasien von Kirchner in den Fokus ihrer Analysen nehmen, taucht der Film in die Gedanken- und Gefühlswelt seiner »Muse« ein und lässt Milli sinnbildlich erwachen. In Interviews mit der FIlmemacherin Natasha A. Kelly kommen Schwarze Kunstschaffende verschiedener Generationen zu Wort, die in und durch ihre künstlerische Arbeit die gängigen kolonialtradierten Stereotype überwunden und ihre eigene selbstbestimmte Identität als Schwarze Frauen* innerhalb der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft ausgeformt haben. Sie berichten von ihren Herausforderungen in und mit deutschen Kunstinstitutionen, von visueller Repräsentation und politischer und sozialer Ausgrenzung. Wo lässt sich auf ihren Erfahrungen aufbauen? Welche Strategien können zusammengebracht werden? Welche müssen neu gedacht werden? Kunst bildet damit nicht nur die Architektur des Films, sondern wird auch als Grundstein für den sozialen und politischen Aktionismus der Projektbeteiligten dargestellt. In der gleichnamigen, zweisprachigen Publikation werden die geführten Interviews in ihrer vollen Länge abgedruckt. Ziel ist es, die Bedeutung künstlerischen Schaffens aus einer Schwarzen feministischen Perspektive aufzuzeigen.

Im Anschluss findet ein Gespräch mit der Filmemacherin und einer der Protagonistinnen des Films, Nadu Hormann, statt.

Dr. phil. Natasha A. Kelly ist freie Autorin, Kuratorin und Wissenschaftlerin. In ihren Arbeiten verbindet sie Theorie und Praxis und schafft es damit, Transferleistungen zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik herzustellen. Zudem ist sie seit vielen Jahren in der Schwarzen deutschen Community engagiert.

 

 

 

Zum brasilianischen Nationaltag zur Abschaffung der Sklaverei

Dia dos Pretos Velhos

Interaktives Kulturevent – Jongo Rhythmus / Ein traditionelles Tanz- und Musikspektakel mit Murah Soares, Forro Alabé u.v.a.m.

 

Montag 13. Mai 2019
Einlass 19:00 Uhr – Beginn 19:30 Uhr
Teilnahme auf Spendenbasis

 

Programmablauf:

Zum Gedenktag an die Abschaffung der Sklaverei in Brasilien werden im Forum Brasil am 13. Mai die Pretos Velhos (“Alte Schwarzen”) verehrt, Archetypen afro-brasilianischer Sklaven, die durch ihre Weisheit zur Befreiung und zum Widerstand der Afro-Brasilianer wesentlich beigetragen haben. Zu den wichtigsten Kulturformen, die dank der Pretos Velhos nicht nur seit dem Anfang der Kolonialzeit überlebt, sondern in den letzten Jahrzehnten die ganze Welt erobert haben, zahlen Samba, Capoeira und Maracatu. Daneben existieren aber noch viele bei uns weniger bekannte Ausdrucksformen der afro-brasilianischen Kultur. Eine davon – der Jongo Rhythmus – rückt das Forum Brasil an diesem Tag in den Fokus.

Ein interaktives Kulturevent – Jongo Rhythmus

Eröffnet wird die Veranstaltung zum 13. Mai im Forum Brasil traditionell durch die afro-brasilianische Gemeinde des Ilê Obá Sileké mit Gesängen für die Pretos Velhos.

Danach führt Forró mit seinen Musikern und Trommel das Publikum mit einen Präsentationen in die Tradition dem „Jongo Rhythmus“ und ihrer Entstehungsgeschichte ein. Sie werden auch den „Jongo Rhythmus“ für das Publikum spielen.
Interaktiv werden die Zuschauer dabei sukzessive zu Mitwirkende, und als Teilnehmende erhalten sie die Möglichkeit sich in den Rhythmen und Bewegungen auszuprobieren. Am Ende verschmelzen Performance und Publikum und alle tanzen und spielen zusammen als großes Spektakel „Jongo Rhythmus“.

Jongo Rhythmus

Jongo kommt aus dem Südosten Brasiliens, aus der Region von Sao Paulo und Rio de Janeiro, sowie Minas Gerais und Espirito Santo. Drei verschiedene gestimmte atabaques, so etwas wie die brasilianische Form der Conga, spielen die Rhythmuslinien des Jongo. Man nennt sie ngoma, caxambu und candongueiro. Rhythmus, Palmas (Händeklatschen) und Gesang begleiten die Tänzerinnen und Tänzer, denn im Jongo tanzen Männer und Frauen. Alles findet in einem Kreis statt. Eine typische Geste ist die „umbigada“ (umbigo heißt Bauchnabel), eine Bewegung, als ob sich die Tanzenden mit den Bauchnabeln berühren wollten. Berühmt ist der Jongo des verstorbenen Mestre Darci aus Rio de Janeiro, dessen Tradition von vielen Spielern wie Forró weitergeführt wird.

Afrobrasilianische Folklore – Brasil Popular

Rhythmus, Bewegung und Gesang verbinden sich in vielen Manifestationen afrobrasilianischer Musikkultur. Sie haben ihren Ursprung in der Kenntnis von Musik und Tanz, die mit den afrikanischen Sklaven nach Brasilien gebracht wurde. Was heute in Brasilien lebendig, mit viel Energie, Schönheit und kraftvoller Rhythmik und großem Einsatz der Ausübenden stattfindet, wurde von Spieler zu Spieler und Tänzer zu Tänzer weitergegeben. Brasil Popular ist eine Gelegenheit, der Rhythmus, der Tanz und das Geschichte brasilianischer Traditionen praktisch kennenzulernen.

 

 

 

 

 

 

Workshop

Black, Brown & Vocal: Critical Feminism

Mit Felicia Lazaridou

+++ NUR FÜR BPOC +++*
Samstag, 18. Mai 2019
13:00 – 16:00 Uhr
Eintritt frei. Spendenempfehlung 5€ – 10€
Anmeldung unter: info@afropolitan.berlin

Berlin recently celebrated its first International Women’s Day, with this in mind it is important that women from all walks of life come together to discuss their understandings and find ways to bridge the gaps. With a focus on diversifying feminism.

The workshop will begin with a short lecture by psychologist and researcher Felicia Lazaridou on the history of colonialism in psychology within a feminist context. Then there will be an open session for participants to bring forth their questions and ideas if they so wish.

*With the term „BPOC only!” we would like to point out that these workshops and events are aimed exclusively at people who position themselves as Black. That means people who are part of the African diaspora, those who experience racism and are categorized as non-white by the white population. In order to give racially discriminated people an opportunity to articulate their thoughts within a „safe space“, without experiencing exclusion and avoiding the paternalism of a majority of white participants, we create certain spaces exclusively.

 

 

 

 

 

Gesprächsgruppe

Let’s talk about… !

mit Tebbi Nimindé


+++ NUR FÜR BPOC +++
Mittwoch, 22. Mai 2019
19:00 – 20:30 Uhr
Teilnahme auf Spendenbasis
Anmeldung unter: info@afropolitan.berlin

Kommunikation ist alles! Gerade in Schwarzen Communities bietet der Austausch in geschützten Räumen ein nötiges Gegengewicht zu unserem Alltag in der Mehrheitsgesellschaft. Daher freuen wir uns, ab Januar 2019 auch eine deutschsprachige Gesprächsgruppe mit psycho- sozialen Schwerpunkt anbieten zu können. Geleitet wird die Gruppe von Tebbi Niminde.

Das Thema für die fünfte Session wird noch bekannt gegeben.

Tebbi Nimindé-Dundadengar wurde 1981 in Botswana geboren und lebt seit Ihrem vierten Lebensjahr in Deutschland. 2017 schloss sie ihr Psychologiestudium mit dem Bachelor ab. Neben dem Studium hat die Mutter von 3 Kindern Antirassismus-Seminare und Workshops im Rahmen der politischen Bildung für Jugendliche und Erwachsene durchgeführt. Schließlich hat sie im August 2018 das Onlineversandhandelsunternehmens „tebalou.de“ mitgegründet, das sich auf den Verkauf und die Vermarktung von Spielzeug und Kinderbüchern mit dem Schwerunkt Diversität konzentriert.

Photo Copyright: Natural Women Collective

 

 

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